Laufschuhe
Zehn Jahre Nike Air Streak - Der Rückblick, Teil 1 (1995-1998)
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Vor rund zehn Jahren feierte mit dem Nike Air Streak ein Laufschuh Premiere, der im darauffolgenden Jahrzehnt in seinen verschiedenen Modellvarianten an so vielen sportlichen Erfolgen auf den Laufstrecken rund um den Globus beteiligt war, wie kein anderer Schuh. |
| Treffen der Generationen: Air Streak von 1995 und aktuelles Modell |
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Der erste Air Streak kam im Frühjahr 1995 auf den Markt.
Im Gegensatz zu den damals typischen Wettkampfschuhen von Nike wie dem Air
Mariah oder dem Niobe, die auf einem extrem gebogenen Spikeleisten gebaut
waren, erinnerte der Air Streak von der Passform eher an einen normalen
Trainingsschuh und war mit Air-Dämpfung und Duralon-Außensohle
sehr komfortabel. In den USA wurde er sofort ein Renner, in den vorderen Reihen der Starterfelder war sein intensives Grün schnell die vorherrschende Farbe. Zeitgleich erschien auch der Air Streak Light, eine minimalistische Variante des Streak, die vor allem für den japanischen Markt gedacht war. In Deutschland waren die ersten Modelle des Air Streak nur selten zu finden, die meisten Schuhe die hierzulande zu sehen waren, wurden entweder von Läufern getragen, die von Nike gesponsert wurden oder waren Eigenimporte aus den USA. Dennoch sorgte ausgerechnet eine deutsche Läuferin für den ersten großen Erfolg mit diesem Schuh. Mit einem Prototyp, der bis auf wenige Modifikationen dem Serienmodell des Air Streak Light entsprach, gewann die Berlinerin Uta Pippig 1995 zum zweiten Mal in Folge den Boston Marathon. Ihr damaliger Siegerschuh ist heute im Niketown in Boston zu besichtigen. Bei den olympischen Spielen in Atlanta wurde der Südafrikaner Josia Thugwane mit dem Air Streak Light Marathon-Olympiasieger. Obwohl der erste Air Streak Ende 1996 aus dem Verkaufsprogramm genommen wurde, kam sein ganz großer Moment erst viel später. Im September 1998 lief der bis dahin relativ unbekannte Brasilianer Ronaldo da Costa in Berlin mit 2:06:05 Stunden einen neuen Marathon-Weltrekord. Er war damit der erste Marathonläufer, der die Distanz in einem Kilometerschnitt von unter drei Minuten lief und diese historische Leistung schaffte er in einem Air Streak |
| Air Streak (1995) | |
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| Josia Thugwane (rechts) 1996 auf dem Weg zum Olympiasieg |
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| Air Streak Light (1996) |
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1997 kam mit dem Air Streak 2 der Nachfolger des ersten Streak
auf den Markt. Dem damaligen Trend zum Stabilschuh folgend wurde auch der
Streak 2 deutlich stabiler als sein Vorgänger, wohl auch, um den Schuh
für eine größere Käufergruppe zugänglich zu machen.
Allerdings fand dieses Modell bei den Eliteläufern nur wenig Zuspruch.
Der ebenfalls neue Air Streak Light 2 war gegenüber seinem Vorgänger
nur unwesentlich verändert. In den USA wurde der Streak 2 nicht angeboten, hier brachte Nike statt dessen den Zoom Streak auf den Markt. Er war in Passform und Abrollverhalten dem Original wesentlich ähnlicher, als der Streak 2 und knüpfte in den USA nahtlos an dessen Erfolg an. Beim Boston Marathon 1997 lief damit die Olympiasiegerin Fatuma Roba zum ersten ihrer drei Siege in Boston. |
| Air Streak 2 (1997) | |
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| Zoom Streak (1997) |
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1998 erhielt die Streak-Familie in den USA Zuwachs mit dem
in Europa nicht angebotenen Streak Vengeance. Seinen ersten großen
Marathon-Sieg konnte dieser Schuh schon verbuchen, bevor er überhaupt
für den Normal-Läufer erhältlich war. Mit einem Muster-Paar
von der Marathon-Messe lief der Kenianer John Kagwe beim New York City Marathon
1997 im strömenden Regen zum Sieg, obwohl ihm unterwegs gleich zweimal
die Schnürsenkel aufgegangen waren. Ein Jahr später wiederholte
er seinen Erfolg an gleicher Stelle mit dem gleichen Schuh. Über mehrere Jahre hinweg bis heute blieb die Kenianerin Tegla Loroupe dem 98'er Streak Vengeance treu und trug ihn bei ihren größten Erfolgen. 1998 lief sie damit in Rotterdam mit 2:20:47 Stunden einen neuen Marathon-Weltrekord, genauso wie in Berlin, wo sie ein Jahr später ihre eigene Rekordmarke noch einmal um vier Sekunden verbesserte. Auch bei ihrem Weltmeistertitel über die Halbmarathondistanz war sie mit dem neongelben Renner unterwegs. Noch bis heute ist die zierliche Kenianerin damit bei Rennen zu sehen. Fast hätte es auch der in Europa 1998 angebotene Streak 3 zum Weltrekordschuh gebracht, denn der Spanier Fabian Roncero lief damit beim Marathon in Rotterdam lange Zeit auf Weltrekordkurs, bevor ihn Krämpfe auf den letzten Kilometern bremsten. Er gewann zwar das Rennen, den Weltrekord verfehlte er aber um wenige Sekunden. Neu ins Sortiment kam 1998 der Streak Ekiden, der aufgrund seiner minimalistischen Bauweise seine eigentliche Zielgruppe in Japan hatte. In Deutschland tauchten von diesem Schuh nur wenige Exemplare auf. Zu einem Siegerschuh bei einem bedeutenden Marathon wurde er allerdings erst, als er schon längst wieder aus den Verkaufsregalen verschwunden war. Drei Jahre nach seinem Debüt, im April 2001 gewann der Marokkaner Abdelkader El Mouazziz damit den London Marathon. Ebenfalls noch im Sortiment war damals der Air Streak Light 3. |
| Air Streak Vengeance (1998) | |
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| John Kagwe (rechts) 1997 in New York |
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| Air Streak 3 (1998) | |
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| Air Streak Ekiden (1998) |