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Silvesterlauf Bozen
An keinem anderen Tag des Jahres gibt es so viele Läufe wie am 31. Dezember.
Fast unüberschaubar ist das Angebot an Silvesterläufen, doch es
gibt einige, die aus der Masse herausstechen.
Da ist natürlich vor allem der Silvesterlauf im brasilianischen Sao
Paulo zu nennen. Er ist der Silvesterlauf schlechthin, mit einer Geschichte,
die bis ins Jahr 1925 zurückgeht und damit das Vorbild für alle
anderen Läufe am letzten Tag des Jahres. Größter Silvesterlauf
in Europa ist San Silvestre Vallecana in Madrid mit über 15.000
Teilnehmern.
In Deutschland gilt der Lauf in Trier nicht zu unrecht als das deutsche Sao
Paulo, was vor allem an der Stimmung am Streckenrand liegt. |
| Zu den herausragenden Läufen um die Jahreswende gehört
ohne Zweifel auch die Boclassic, der Silvesterlauf im italienischen Bozen.
Jedes Jahr gelingt es den Organisatoren wieder, ein Feld von Weltklasseathleten
an den Start zu bringen. Was möglicherweise an der Geschichte des seit
1985 ausgetragenen Laufs liegt, denn ursprünglich war es ein reiner
Elitelauf, nur für eingeladene Topathleten. Erst zum 30-jährigen
Jubiläum im Jahre 2004 wurde auch ein Breitensportlauf, die Boclassic
for all ins Wettkampfprogramm integriert.
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Vorjahresieger in Bozen: Aniko Kalovics und Abderrahim
Goumri |
Kommt es zur Revanche für London und New York?
Martin Lel, Abderrahim Goumri |
Aber prägend für diese Veranstaltung sind doch die Eliteläufe,
bei denen die Männer 10 km und die Frauen 5 km zu laufen haben. Sieger-
und Teilnehmerlisten der letzten Jahre lesen sich wie ein Who is Who des
Langstreckenlaufs mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern. Umso
überraschender ist es, dass es ausgerechnet die deutschen Läufer
und Läuferinnen sind, die mit insgesamt 16 Siegen die erfolgreichste
Nation repräsentieren. Allerdings ist der Lorbeer schon ziemlich welk,
denn der letzte deutsche Sieger war 1981 Christoph Herle, die letzte deutsche
Siegerin hieß 1991 Kathrin Ullrich, die aber mit 15:34 Minuten noch
immer den Streckenrekord bei den Damen hält.
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Lokalmatadorin: Silvia Weissteiner
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Konnte noch nie in Bozen gewinnen: Marathon-
Olympiasieger Stefano Baldini |
Erfolgreichster Läufer in Bozen ist Cross-Europameister Sergey Lebid
aus der Ukraine, der fünfmal als Sieger die Ziellinie auf dem Waltherplatz
überquerte, bei den Frauen hält die Äthiopierin Berhane Adere
mit vier Erfolgen den Rekord. Leicht dürfte es für den Ukrainer
jedoch nicht werden, seiner Erfolgsbilanz in diesem Jahr einen weiteren Triumph
hinzuzufügen, denn Athletenverpflichter Gianni Demadonna wird wieder
für starke Konkurrenz sorgen. So könnte es zu einer Neuauflage
des Duells zwischen Martin Lel (KEN) und Abderrahim Goumri (MAR) kommen.
In diesem Jahr konnte sich der Kenianer bei den Marathonläufen von London
und New York jeweils knapp vor dem Bozener Vorjahressieger behaupten. Bei
den Frauen gehört eine Lokalmatadorin zu den Mitfavoritinnen. Die
Südtirolerin Silvia Weissteiner, die in diesem Jahr bei den
Weltmeisterschaften in Osaka den 12. Platz über 5.000 Meter belegt
hatte, wird wieder versuchen, an ihren Erfolg aus dem Vorjahr anzuknüpfen,
als sie in Bozen Dritte wurde.
Wer nun Lust bekommen hat, auch einmal in Bozen an den Start zu gehen, der
kann sich noch bis zum 28.12. online auf
www.boclassic.it anmelden.
Für Läufer mit mehr Ambitionen: Die Limits für die
Eliteläufe sind bei den Männern: 1.500 m: 3' 50", 5.000 m: 14'
45", 10.000 m: 31'; 00" und bei den Frauen: 1.500 m: 4' 40", 3.000 m: 10'
00", 5.000 m: 17' 00. Für die Teilnahme ist ein ärztliches Attest
erforderlich.
Zuschauer, die die Rennen live an der Strecke verfolgen, finden im
Start-/Zielbereich Tribünen und Großleinwände, im Fernsehen
wird die Veranstaltung auf RAI TRE (Sender Bozen) sowie über RAI Sport
Satellite übertragen. |