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Sergey Lebid siegt 2004 vor Stefano Baldini und Dathan Ritzenhein Silvesterlauf Bozen

An keinem anderen Tag des Jahres gibt es so viele Läufe wie am 31. Dezember. Fast unüberschaubar ist das Angebot an Silvesterläufen, doch es gibt einige, die aus der Masse herausstechen.

Da ist natürlich vor allem der Silvesterlauf im brasilianischen Sao Paulo zu nennen. Er ist der Silvesterlauf schlechthin, mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1925 zurückgeht und damit das Vorbild für alle anderen Läufe am letzten Tag des Jahres. Größter Silvesterlauf in Europa ist San Silvestre Vallecana in Madrid mit über 15.000 Teilnehmern.
In Deutschland gilt der Lauf in Trier nicht zu unrecht als das deutsche Sao Paulo, was vor allem an der Stimmung am Streckenrand liegt.

Zu den herausragenden Läufen um die Jahreswende gehört ohne Zweifel auch die Boclassic, der Silvesterlauf im italienischen Bozen. Jedes Jahr gelingt es den Organisatoren wieder, ein Feld von Weltklasseathleten an den Start zu bringen. Was möglicherweise an der Geschichte des seit 1985 ausgetragenen Laufs liegt, denn ursprünglich war es ein reiner Elitelauf, nur für eingeladene Topathleten. Erst zum 30-jährigen Jubiläum im Jahre 2004 wurde auch ein Breitensportlauf, die Boclassic for all ins Wettkampfprogramm integriert. 

 Vorjahresieger in Bozen: Aniko Kalovics und Abderrahim
 Goumri
 Kommt es zur Revanche für London und New York?
 Martin Lel, Abderrahim Goumri

Aber prägend für diese Veranstaltung sind doch die Eliteläufe, bei denen die Männer 10 km und die Frauen 5 km zu laufen haben. Sieger- und Teilnehmerlisten der letzten Jahre lesen sich wie ein Who is Who des Langstreckenlaufs mit Olympiasiegern, Welt- und Europameistern. Umso überraschender ist es, dass es ausgerechnet die deutschen Läufer und Läuferinnen sind, die mit insgesamt 16 Siegen die erfolgreichste Nation repräsentieren. Allerdings ist der Lorbeer schon ziemlich welk, denn der letzte deutsche Sieger war 1981 Christoph Herle, die letzte deutsche Siegerin hieß 1991 Kathrin Ullrich, die aber mit 15:34 Minuten noch immer den Streckenrekord bei den Damen hält.  

 Lokalmatadorin: Silvia Weissteiner
 
 Konnte noch nie in Bozen gewinnen: Marathon-
 Olympiasieger Stefano Baldini

Erfolgreichster Läufer in Bozen ist Cross-Europameister Sergey Lebid aus der Ukraine, der fünfmal als Sieger die Ziellinie auf dem Waltherplatz überquerte, bei den Frauen hält die Äthiopierin Berhane Adere mit vier Erfolgen den Rekord. Leicht dürfte es für den Ukrainer jedoch nicht werden, seiner Erfolgsbilanz in diesem Jahr einen weiteren Triumph hinzuzufügen, denn Athletenverpflichter Gianni Demadonna wird wieder für starke Konkurrenz sorgen. So könnte es zu einer Neuauflage des Duells zwischen Martin Lel (KEN) und Abderrahim Goumri (MAR) kommen. In diesem Jahr konnte sich der Kenianer bei den Marathonläufen von London und New York jeweils knapp vor dem Bozener Vorjahressieger behaupten. Bei den Frauen gehört eine Lokalmatadorin zu den Mitfavoritinnen. Die Südtirolerin Silvia Weissteiner, die in diesem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Osaka den 12. Platz  über 5.000 Meter belegt hatte, wird wieder versuchen, an ihren Erfolg aus dem Vorjahr anzuknüpfen, als sie in Bozen Dritte wurde.

Wer nun Lust bekommen hat, auch einmal in Bozen an den Start zu gehen, der kann sich noch bis zum 28.12. online auf www.boclassic.it anmelden. Für Läufer mit mehr Ambitionen: Die Limits für die Eliteläufe sind bei den Männern: 1.500 m: 3' 50", 5.000 m: 14' 45", 10.000 m: 31'; 00" und bei den Frauen: 1.500 m: 4' 40", 3.000 m: 10' 00", 5.000 m: 17' 00. Für die Teilnahme ist ein ärztliches Attest erforderlich.

Zuschauer, die die Rennen live an der Strecke verfolgen, finden im Start-/Zielbereich Tribünen und Großleinwände, im Fernsehen wird die Veranstaltung auf RAI TRE (Sender Bozen) sowie über RAI Sport Satellite übertragen.

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