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Kenia: Ein absolut unvergessliches Jahr
Noch nie zuvor war Kenia in der Leichtathletik so erfolgreich wie 2007. Die
Athleten aus dem ostafrikanischen Land dominierten im Crosslauf, auf der
Bahn und bei zahlreichen Straßenläufen. Rund um die Welt war bei
Siegerehrungen die kenianische Nationalhymne zu hören.
Für den ersten Höhepunkt sorgte schon früh im Jahr Samuel
Wanjiru, als er im Februar beim Halbmarathon in Ras Al Khaimah (VAE) einen
neuen Halbmarathon-Weltrekord lief. Die Zeit wurde von der IAAF zwar nicht
ratifiziert, doch schon im März steigerte er sich in Den Haag noch einmal
auf 58:33 Minuten. |
Zur gleichen Zeit stand Kenia im Blickpunkt als Ausrichter der
Cross-Weltmeisterschaften in Mombasa. Bei den Titelkämpfen, die zum
dritten Mal nach Kapstadt (1996) und Marrakech (1999) in Afrika ausgetragen
wurden, wollte der Äthiopier Kenenisa Bekele mit seinem sechsten Sieg
in Folge Geschichte schreiben, doch eine Runde vor Schluss musste er aufgeben
und Zersenay Tadese aus Eritrea den Sieg überlassen. In der in Kenia
hoch angesehenen Mannschaftswertung aber ging der Sieg an Kenia in der Besetzung
Moses Mosop, Bernard Kiprop, Gideon Ngatuny, Hosea Macharinyang, Michael
Kipyego und Edwin Soi. Noch deutlicher war die Dominanz im Juniorenrennen,
in dem Asbel Kiprop vor Vincent Kiprop Chepkok, Matthew Kisorio and Leonard
Komon siegte. Bei den Juniorinnen triumphierten Linet Barasa, Mercy Kosgei
and Veronica Nyarwai. Lediglich bei den Frauen mussten sich die Kenianerinnen
im Mannschafts-Wettstreit den Äthiopierinnen Tirunesh Dibaba, Meselech
Melkamu und Gelete Burika geschlagen geben, doch dafür holte immerhin
die aus Kenia stammende Niederländerin Lornah Kiplagat den Einzelsieg.
Im Marathon-Monat April war es Martin Lel, der in einem knappen Finish den
London Marathon in 2:07:41 Stunden gewinnen konnte, Robert Cheruiyot baute
mit seinem dritten Sieg in Boston (2:14:13 h) seine Führung in der World
Marathon Majors Gesamtwertung weiter aus. Beim Berliner Halbmarathon lief
Patrick Makau Musyoki mit 58:56 Minuten die drittbeste Zeit in diesem Jahr.
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| Catherine Ndereba wurde Marathon-Weltmeisterin |
Bei den meisten Straßenläufen kommt der Sieger aus Kenia |
Im tschechischen Ostrava, bei den Junioren-Weltmeisterschaften belegten die
Kenianer in der Nationenwertung hinter den USA den zweiten Platz. 11 Medaillen
(sechs Gold-, vier Silber- und eine Bronzemedaille) gewannen die Kenianer
und ließen damit die erfolgsverwöhnten Russen noch hinter sich.
Bei den All Africa Games in Algier erkämpfte sich Willy Komen gegen
Olympiasieger Ezekiel Kemboi die Goldmedaille über 3.000m Hindernis,
während der erst 18-jährige Asbel Kiprop in der algerischen Hauptstadt
die 1.500m gewann. In einem Solo-Rennen lief Ruth Bosibori Nyangau barfuß
zum Sieg über 3.000m Hindernis.
Der Medaillenregen ging weiter bei den Africa Junior Championships in
Ouagadougou, Burkina Faso, wo mit 13 Goldmedaillen, fünf Silber- und
drei Bronzemedaillen das beste jemals bei einer internationalen Meisterschaft
erreichte Ergebnis verbucht wurde.
Höhepunkt des erfolgreichen Jahres waren die
Leichtathletik-Weltmeisterschaften im japanischen Osaka. Mit 13 Medaillen
im Gepäck kamen die Kenianer vom bedeutendsten Leichtathletik-Event
des Jahres nach Hause, als Zweite im Medaillenspiegel hinter den USA. Der
im eigenen Land nur wenig bekannte Gefängniswärter Luke Kibet war
es, der die erste Goldmedaille für Kenia im Männer-Marathon seit
dem Erfolg von Douglas Wakihuri 1987 gewann. Auch die beste
Marathonläuferin der Welt kommt aus Kenia. Mit einem taktisch starken
Rennen sicherte sich Catherine Ndereba ihren zweiten WM-Titel nach 2003.
Brimin Kipruto (Hindernislauf), Janeth Jepkosgei und Alfred Kirwa Yego (beide
800 m) gewannen die anderen Goldmedaillen.
Auch bei den Herbst-Marathons hatten die Kenianer Grund zur Freude. Robert
Cheruiyot sicherte sich mit einem vierten Platz in Chicago den Gesamtsieg
der World Marathon Majors und damit 500.000 US$ Preisgeld, in New York
triumphierte erneut Martin Lel und im japanischen Fukuoka blieb Samuel Wanjiru
gleich bei seinem ersten Marathon als Sieger unter 2:07 Stunden. Lediglich
beim Berlin-Marathon wurde die erfreuliche Bilanz ein wenig getrübt,
als der Äthiopier Haile Gebrselassie die Weltrekordmarke des Kenianers
Paul Tergat um 29 Sekunden auf 2:04:26 Stunden verbesserte.
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