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10 Jahre Nike Air Streak

Zehn Jahre Nike Air Streak - Der Rückblick, Teil 1 (1995-1998)

Mitte der 90er Jahre feierte mit dem Nike Air Streak ein Laufschuh Premiere, der im darauffolgenden Jahrzehnt in seinen verschiedenen Modellvarianten an so vielen sportlichen Erfolgen auf den Laufstrecken rund um den Globus beteiligt war, wie kein anderer Schuh.
Olympiasiege und Weltmeisterschaften wurden damit gewonnen, Weltrekorde aufgestellt und zahllose persönliche Bestzeiten verbessert.

 Treffen der Generationen: Air Streak von 1995 und Modell von 2005

Der erste Air Streak kam im Frühjahr 1995 auf den Markt. Im Gegensatz zu den damals typischen Wettkampfschuhen von Nike wie dem Air Mariah oder dem Niobe, die auf einem extrem gebogenen Spikeleisten gebaut waren und damit nur für eine kleine Gruppe von Läufern verwendbar waren, erinnerte der Air Streak von der Passform eher an einen normalen Trainingsschuh und war mit Air-Dämpfung und Duralon-Außensohle sehr komfortabel und auch als Wettkampfschuh für die Marathondistanz einsetzbar.

In den USA wurde er sofort ein Renner, in den vorderen Reihen der Starterfelder war sein intensives Grün schnell die vorherrschende Farbe. Zeitgleich erschien auch der Air Streak Light, eine minimalistische Variante des Streak, die vor allem für den japanischen Markt gedacht war.

In Deutschland waren die ersten Modelle des Air Streak nur selten zu finden. Nur wenige Händler hatten das Modell in ihr Sortiment aufgenommen, die meisten Schuhe die hierzulande zu sehen waren, wurden entweder von Läufern getragen, die von Nike gesponsert wurden oder waren Eigenimporte aus den USA.

Dennoch sorgte ausgerechnet eine deutsche Läuferin für den ersten großen Erfolg mit diesem Schuh. Die Berlinerin Uta Pippig, die 1994 den Boston Marathon in deutscher Rekordzeit gewonnen hatte, war Anfang 1995 von Adidas zu Nike gewechselt. Mit einem Prototyp, der bis auf wenige Modifikationen dem Serienmodell des Air Streak Light entsprach, konnte sie 1995 zum zweiten Mal in Folge den Traditionslauf an der amerikanischen Ostküste gewinnen. Ihr damaliger Siegerschuh war anschließend für einige Jahre im Niketown in Boston zu besichtigen.

1996 wurde der Südafrikaner Josia Thugwane bei den olympischen Spielen in Atlanta mit dem Air Streak Light Marathon-Olympiasieger, als er sich gegen den Südkoreaner Bong Ju Lee und den Kenianer Eric Wainaina behauptete, im Herbst des gleichen Jahres siegte der Italiener Stefano Baldini mit dem gleichen Modell bei den Halbmarathon-Weltmeisterschaften auf Mallorca.

Obwohl der erste Air Streak Ende 1996 aus dem Verkaufsprogramm genommen wurde, kam sein ganz großer Moment erst viel später. Im September 1998 lief der bis dahin relativ unbekannte Brasilianer Ronaldo da Costa in Berlin mit 2:06:05 Stunden einen neuen Marathon-Weltrekord. Er war damit der erste Marathonläufer, der die Distanz in einem Kilometerschnitt von unter drei Minuten lief.

 Air Streak (1995)
 
 Air Streak Light (1996)
1997 kam mit dem Air Streak 2 der Nachfolger des ersten Streak auf den Markt. Dem damaligen Trend zum Stabilschuh folgend wurde auch der Streak 2 deutlich stabiler als sein Vorgänger, wohl auch, um den Schuh für eine größere Käufergruppe zugänglich zu machen.

Allerdings fand dieses Modell bei den Eliteläufern nur wenig Zuspruch. Eine der wenigen Ausnahmen war der heutige Eurosport-Moderator Stephane Franke, der mit dem Streak 2 beim London Marathon 1997 seine persönliche Bestzeit lief.

Wesentlich beliebter bei den Topläufern war der ebenfalls neue Air Streak Light 2, der gegenüber seinem Vorgänger nur in der Optik verändert wurde, von der Charakteristik aber gleich blieb.

In den USA wurde der Streak 2 nicht angeboten, hier brachte Nike statt dessen den Zoom Streak auf den Markt. Er war in Passform und Abrollverhalten dem Original wesentlich ähnlicher, als der Streak 2 und knüpfte in den USA nahtlos an dessen Erfolg an. Beim Boston Marathon 1997 lief damit die Olympiasiegerin Fatuma Roba zum ersten ihrer drei Siege in Boston.

 Air Streak 2 (1997)
 Zoom Streak (1997)
1998 erhielt die Streak-Familie Zuwachs mit dem in Europa nicht angebotenen Streak Vengeance. Seinen ersten großen Marathon-Sieg konnte dieser Schuh schon verbuchen, bevor er überhaupt für den Normal-Läufer erhältlich war. Mit einem Muster-Paar von der Marathon-Messe lief der Kenianer John Kagwe beim New York City Marathon 1997 im strömenden Regen zum Sieg, obwohl er unterwegs gleich zweimal anhalten musste, weil ihm die Schnürsenkel aufgegangen waren. Ein Jahr später wiederholte er seinen Erfolg an gleicher Stelle mit dem gleichen Schuh, diesmal allerdings mit einem Doppelknoten und ohne Zwangspausen.

Über fast ein Jahrzehnt bis heute blieb die Kenianerin Tegla Loroupe dem 98'er Streak Vengeance treu und trug ihn bei ihren größten Erfolgen. 1998 lief sie damit in Rotterdam mit 2:20:47 Stunden einen neuen Marathon-Weltrekord, genauso wie in Berlin, wo sie ein Jahr später ihre eigene Rekordmarke noch einmal um vier Sekunden verbesserte. Auch bei ihrem Weltmeistertitel über die Halbmarathondistanz war sie mit dem neongelben Renner unterwegs. Noch bis heute ist die zierliche Kenianerin damit bei Rennen zu sehen und das, obwohl sie mittlerweile gar nicht mehr von Nike sondern von Mizuno gesponsert wird. Beim New York City Marathon 2007 lief sie diesen Schuh mit abgedeckten Logos.

Fast hätte es auch der Streak 3, der in Europa 1998 seinen Vorgänger nach nur einem Jahr ablöste, zum Weltrekordschuh gebracht. Beim Marathon in Rotterdam lief der Spanier Fabian Roncero damit lange Zeit auf Weltrekordkurs, doch auf den letzten Kilometern bremsten ihn Krämpfe. Zweimal musste er sogar anhalten um seine Beinmuskulatur zu dehnen. Er gewann zwar das Rennen zwar noch, den schon fast sicher geglaubten Weltrekord verfehlte er aber um wenige Sekunden.

Neu ins Sortiment kam 1998 der Streak Ekiden, der aufgrund seiner minimalistischen Bauweise seine eigentliche Zielgruppe in Japan hatte. In Deutschland tauchten von diesem Schuh nur wenige Exemplare auf. Zu einem Siegerschuh bei einem bedeutenden Marathon wurde er allerdings erst, als er schon längst wieder aus den Verkaufsregalen verschwunden war. Drei Jahre nach seinem Debüt, im April 2001 gewann der Marokkaner Abdelkader El Mouazziz damit den London Marathon.

Ebenfalls noch im Sortiment war damals der Air Streak Light 3.

 

weiter mit Teil 2 (1999-2001)

 Air Streak Vengeance (1998)
 Air Streak 3 (1998)
 Air Streak Ekiden (1998)