|
|
 |
|
 |
Tracey Morris |
 |
Als Hobbyläuferin zum olympischen Marathon
Wohl jeder ambitionierte Hobbyläufer hat schon einmal davon
geträumt, selbst beim olympischen Marathon an den Start zu gehen. Im
letzten Jahr erfüllte sich die 36-jährige Britin Tracy Morris genau
diesen Traum und lief mit den weltbesten Läuferinnen in der Hitzeschlacht
von Marathon nach Athen. Dabei hatte sie ein halbes Jahr vor den olympischen
Spielen gerade einmal eine Bestzeit von 3:39 h zu Buche stehen.
Ihren großen Moment hatte die Augenoptikerin aus Leeds im April 2004,
als sie sich beim London Marathon um über eine Stunde auf 2:33:52 h
verbesserte und auf Platz 10 ins Ziel lief. Weil sie damit die beste Britin
war und auch die Qualifikationsnorm des britischen Verbandes (2:35) unterboten
hatte, wurde sie am Tag nach dem Rennen für Olympia nominiert.
Dabei hatte sie erst 18 Monate zuvor mit dem ernsthaften Training begonnen,
mit Umfängen zwischen 110 und 135 km pro Woche.
Als Schülerin lief sie Mittelstrecken, kehrte dann aber dem Sport für
zehn Jahre den Rücken, bevor sie wieder begann, gelegentlich zu joggen,
um fit zu bleiben. 1999 lief sie in London ihren ersten Marathon, ohne sportliche
Ambitionen in 3:39 h. Erst nachdem sie sich ihrem jetzigen Verein (Valley
Striders) angeschlossen hatte, intensivierte sie ihr Training wieder und
nahm auch wieder an Wettkämpfen teil. Und bei einem dieser Wettkämpfe
wurde sie von Bud Baldaro, Ausdauertrainer des britischen Verbandes entdeckt
und er erkannte ihr wahres Potential. Er ermutigte sie, zielgerichtet für
den Marathon zu trainieren. Schnell verbesserte sie sich auf den Unterdistanzen,
1:13:28 h auf Halbmarathon und 34 Minuten für die 10 km deuteten ihre
Leistungsfähigkeit an.
Trotzdem verschwendete sie keinen Gedanken an die mögliche
Olympiaqualifikation, als sie an jenem regnerischen Aprilmorgen die 42,195
km durch die britische Hauptstadt in Angiff nahm. Im Ziel konnte sie es selbst
kaum fassen, dass sie gemeinsam mit ihrem großen Idol Paula Radcliffe
und Liz Yelling die Farben des britischen Königreiches in Athen
repräsentieren würde.
In Athen hätte sie es sogar fast noch noch geschafft, beste Britin zu
werden, denn nach dem vorzeitigen Ausstieg von Paula Radcliffe fehlten ihr
am Ende nur wenige Sekunden auf ihre wesentlich höher eingeschätzte
Teamkollegin Liz Yelling. Mit 2:41:00 h belegte Tracey Morris Platz 29 von
82 gestarteten Athletinnen.
|
 |
Archiv
|
|
|