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Online-Laufschuhkauf im Ausland

Kosten und Gebühren

Auch wenn Laufschuhe in manchen Ländern (z.B. USA, Japan) deutlich günstiger sind als in Deutschland, sollte man sich gut überlegen, ob es sich lohnt, sie in einem ausländischen Online-Shop zu bestellen. Oft sorgen zusätzliche Kosten und Gebühren dafür, dass von dem vermeintlichen Vorteil oft nichts übrig bleibt. In der Regel fallen bei Lieferungen aus dem Ausland recht hohe Versandkosten an. Zu beachten ist, dass bei Einfuhren aus Nicht-EU-Ländern die Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) auf die Gesamtsumme aus Warenwert und Versandkosten berechnet werden. Außerdem fallen bei Zahlung per Kreditkarte in Länder, die nicht den Euro als Landeswährung haben noch Kreditkarten-Gebühren an. Auch an die Kosten für eventuelle Rücksendungen sollte man bereits vorher denken.

Zoll und Steuern

Achtung: Die nachfolgenden Darstellungen beziehen sich auf Lieferungen, die mit der Deutschen Post zugestellt werden. Für andere Paketdienste oder Speditionen kann sich die Abwicklung unterscheiden.

Jede Postsendung aus einem Drittland muss grundsätzlich zollamtlich abgefertigt werden. Alle in das Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft verbrachten Waren - auch Postsendungen - sind zu einer Zollstelle zu bringen und dort vorzuführen (Gestellung). Dies wird in der Regel von der Deutschen Post AG erledigt, so dass sich der Warenempfänger nicht darum kümmern muss. Bestimmte Sendungen (sog. gestellungsbefreite Sendungen) werden ohne Beteiligung der Zollbehörden direkt durch die Deutsche Post AG an den Empfänger ausgeliefert. Gestellungsbefreite Sendungen sind meist auch einfuhrabgabenfrei. Man unterscheidet zwei Arten von gestellungsbefreiten Sendungen.

Sendungen von Privat an Privat

Private Postsendungen, deren Wert nicht über 45 EUR liegt, sind einfuhrabgabenfrei und unterliegen keinen Zollförmlichkeiten, wenn alle nachfolgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Es handelt sich um Sendungen, die gelegentlich von einer Privatperson in einem Drittland an eine andere Privatperson im Zollgebiet der Gemeinschaft gesandt werden und
  • ausschließlich zum persönlichen Gebrauch oder Verbrauch im Haushalt des Empfängers bestimmt sind und
  • die der Empfänger vom Absender ohne irgendeine Bezahlung erhält und
  • deren Warenwert nicht über 45 EUR liegt.

Wer also z.B. einen Freund in den USA hat, kann sich von ihm ein Laufshirt im Wert von bis zu 45,- EUR als Geschenk schicken lassen, ohne dass Einfuhrabgaben fällig werden.

Sendungen mit geringem Wert

Mit Wirkung vom 1. Dezember 2008 hat sich die Höchstgrenze für die zollfreie Einfuhr von Kleinsendungen auf 150 Euro je Sendung erhöht. Die Befreiung ist unabhängig von der Person des Versenders und des Empfängers und unabhängig davon, ob es sich um kommerzielle oder Geschenksendungen handelt.

Für die Einfuhrumsatzsteuer bleibt es bei der bisherigen Wertgrenze von 22 Euro. Nur Postsendungen mit Waren, deren Gesamtwert nicht höher ist als 22 Euro, sind vollständig einfuhrabgabenfrei (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer).

Nicht gestellungsbefreite Sendungen

Alle Sendungen, die nicht gestellungsbefreit sind, werden von der Deutschen Post AG dem Zoll gestellt. Damit die Postsendungen verzollt werden können, ist eine Zollanmeldung abzugeben. Grundsätzlich werden diese Formalitäten vor Zustellung der Postsendung von der Deutschen Post AG erledigt. In manchen Fällen kann bzw. muss sich der Empfänger jedoch selbst darum kümmern, z.B. wenn der Warensendung Angaben bzw. Unterlagen zur ordnungsgemäßen Zollabfertigung fehlen.
Für alle Waren, die nicht einfuhrabgabenfrei sind, müssen bei der Einfuhr aus einem Drittland die Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) entrichtet werden. Man unterscheidet hierbei zwei Methoden der Abgabenfestsetzung.

Die Pauschalierung von Einfuhrabgaben

Für nichtkommerzielle Warensendungen ist unter Umständen die Einfuhrabgabenerhebung nach pauschalierten Sätzen möglich.

Bei der Einfuhr von Waren

  • in Sendungen nichtkommerzieller Art,
  • deren Einfuhren gelegentlich erfolgt,
  • die von einer Privatperson in einem Drittland (ausgenommen Helgoland) an eine andere Privatperson im Zollgebiet der Gemeinschaft gesandt werden,
  • die ausschließlich zum persönlichen Gebrauch oder Verbrauch im Haushalt des Empfängers bestimmt sind,
  • die der Empfänger vom Absender ohne irgendeine Bezahlung erhalten hat und
  • deren Wert den Betrag von 700 EUR nicht übersteigt,

können die Einfuhrabgaben nach pauschalierten Sätzen erhoben werden.

Maßgebend ist der Warenwert einschließlich der ausländischen Umsatzsteuer. Die pauschalierten Einfuhrabgabensätze umfassen alle Steuerarten, also Zölle, Einfuhrumsatzsteuer und die besonderen Verbrauchsteuern wie z.B. die Tabak- oder Kaffeesteuer. Der pauschalierte Regelabgabensatz beträgt 17,5 % vom Warenwert.

Wer also z.B. einen Freund in den USA hat, kann sich von ihm Laufschuhe und -Textilien im Gesamtwert von bis zu 700,- EUR als Geschenk schicken lassen, und bezahlt dafür 17,5 % vom Warenwert als Einfuhrabgaben. Ist der Warenwert jedoch höher oder hat man die Sachen in einem Online-Shop gekauft, dann erfolgt die

Abgabenerhebung nach dem Zolltarif

Bei der Abgabenerhebung nach dem Zolltarif wird jede anfallende Abgabenart (Zoll, evtl. Verbrauchssteuern und Einfuhrumsatzsteuer) einzeln berechnet. Die Höhe der Einfuhrabgaben ergibt sich aus den im Gemeinsamen Zolltarif der Europäischen Gemeinschaften und hängt vom Warenwert und der Art und Beschaffenheit der Waren ab.

Bemessungsgrundlage bei der Abgabenberechnung ist der Zollwert. Bei Einfuhren zu kommerziellen Zwecken gehören neben dem Warenwert auch Porto und Versicherungsgebühren in voller Höhe zum Zollwert, d.h. bei Bestellungen in Online-Shops bezahlt man Zoll auf Warenwert und Versandkosten.
Bemessungsgrundlage für die Einfuhrumsatzsteuer (z.Zt. 19 %) ist der Zollwert zuzüglich des Zolls und bei verbrauchsteuerpflichtigen Waren auch zuzüglich der anfallenden Verbrauchsteuern.

Hierzu ein Rechenbeispiel: Bei einem Online-Shop in den USA wurde eine Laufhose und ein Laufshirt im Gesamtwert von 68,98 $ bestellt. Nach Abzug der lokalen Steuern (13,80 $) und Zuschlag der Versandkosten (33,98 $) ergab sich ein Zollwert von 89,16 $ = 72,93 EUR. Darauf wurden 12 % Zoll (8,75 EUR) erhoben, dies ergab einen EuSt-Wert von 81,68 EUR, auf den (damals) 16% Einfuhrumsatzsteuer (13,07 EUR) berechnet wurden. So betrugen die Einfuhrabgaben 21,82 EUR. Von Mastercard wurde der Warenwert auf  73,42 EUR umgerechnet, dazu kamen noch 1,75 % Gebühren für den Auslandseinsatz (1,28 EUR). Insgesamt kosteten die beiden Teile so 96,52 EUR.

Noch einige Hinweise zur eigenen Sicherheit: Wer kommerzielle Sendungen als privat deklariert oder den Warenwert niedriger angibt, um so Einfuhrabgaben zu sparen macht sich strafbar. Die Einfuhr von Plagiaten ist ebenfalls strafbar, wer also Markenware aus dubiosen Quellen zu extrem günstigen Preisen angeboten bekommt, sollte vorsichtig sein. Das gleiche gilt bei Käufen über ebay. Der Zoll hat im Rahmen der zollamtlichen Überwachung das Recht, alle Sendungen aus dem Ausland zu öffnen und macht nach eigenen Erfahrungen auch immer Gebrauch von dieser Möglichkeit.

Alle Angaben ohne Gewähr. Ausführliche Informationen zum Thema findet man auf www.zoll.de

Laufschuhkauf im Ausland
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