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Berlin Marathon 2005

Mizuki Noguchi aus Japan siegt mit neuem Asienrekord

Philip Manyim aus Kenia war der schnellste der knapp 40.000 Läufer.  Mit 2:07:41 Stunden lief er eine neue persönlicher Bestzeit und hatte im Ziel über eine Minute Vorsprung vor seinem Landsmann Peter Chebet.

Mit fünf Läufern auf den ersten fünf Plätzen drückten die Kenianer dem Männerrennen wieder den Stempel auf. Doch es war mit Philip Manyim ein Außenseiter, der am Ende triumphierte. Bereits bei Kilometer 27, noch vor dem Wilden Eber, hatte er sich von seinen Verfolgern abgesetzt. Bei seinem dritten Marathonstart holte sich der 27-jährige seinen ersten Sieg und verbesserte trotz des warmen Wetters seine Bestzeit auf 2:07:40 Stunden. Rang zwei ging an seinen Landsmann Peter Chebet (2:08:58 h), der auf den letzten Metern zwischen Brandenburger Tor und Ziellinie Jackson Koech (KEN, 2:09:07 h) noch abfangen konnte. Auf Platz 11 und damit außerhalb der Preisgeldränge landete der Südkoreaner Bong-Ju Lee. Der Olympia-Silbermedaillengewinner von Atlanta im Marathon wurde mit 2:12:19 Stunden gestoppt. Der zweimalige Marathon-Weltmeister Abel Anton aus Spanien kam neun Jahre nach seinem Sieg in Berlin mit 2:33:35 Stunden auf Platz 77.

Mizuki Noguchi setzte die die Siegesserie der japanischen Frauen in Berlin fort. Mit 2:19:12 Stunden lief die Marathon-Olympiasiegerin von 2004 einen neuen Asienrekord.

Star des Rennens war aber die Japanerin Mizuki Noguchi, die mit neuem Asienrekord siegte. Mit 2:19:12 Stunden verbesserte sie die bisherige Rekordmarke der Chinesin Yingjie Sun um 27 Sekunden. Für die Marathon-Olympiasiegerin von 2004 war die Uhr der einzige Gegner, denn keine ihrer Mitläuferinnen konnte ihr Tempo auch nur annähernd mitgehen. Mit ihrer Zeit schob sie sich auf Platz drei in der ewigen Marathon-Weltbestenliste hinter Paula Radcliffe (GBR, 2:15:25 h) und Catherine Ndereba (KEN, 2:18:47 h) und verbesserte gleichzeitig auch den Streckenrekord ihrer Landsfrau Yoko Shibui aus dem Vorjahr. Mit ihren Zwischenzeiten über 25 und 30 km stellte sie auch neue Weltrekorde über diese Distanzen auf. Zur Anerkennung dieser Rekorde hatten die Organisatoren an diesen Stellen offizielle Kampfgerichte postiert.

Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen) war mit 2:24:24 Stunden bester Deutscher. Die erste
Hälfte war er in 1:07:09 Stunden angelaufen
Obwohl sie auf den letzten Kilometern Krämpfe bekam, lief Luminita Zaituc mit 2:27:34 Stunden auf den zweiten Platz.

Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen), der eine Zeit unter 2:15 h angepeilt hatte, landete mit enttäuschenden 2:24:24 Stunden als bester Deutscher auf Platz 32. Nur viermal (1974, 75, 77 und 81) in der 32-jährigen Geschichte des Berlin-Marathons war der beste Deutsche im Rennen langsamer als Beckmann. Auch er musste wie viele andere an diesem Tag dem warmen Wetter Tribut zollen. Hinter Beckmann schafften es noch drei weitere Deutsche, unter 2:30 h zu bleiben: Michael Zabel (LSG Goseck) in 2:25:51 Stunden, Philipp Nawrocki (Aachener TG) in 2:27:28 Stunden und Sascha Velten (Remscheider SV) in 2:29:32 Stunden.
Schnellste deutsche Läuferin war die zweitplatzierte Luminita Zaituc (LG Braunschweig) in 2:27:34 Stunden, obwohl sie bei km 40 von Krämpfen geplagt wurde. Angetrieben von den vielen Zuschauern am Streckenrand schaffte sie es aber noch, die Äthiopierin Asale Tafa (2:28:27 h) auf Distanz zu halten. Melanie Kraus (TSV Bayer Leverkusen) wurde mit 2:34:23 Stunden Vierte, die Österreicherin Eva-Maria Gradwohl lief mit 2:39:51 Stunden auf Rang neun.

Zwar sorgte das warme und sonnige Wetter für eine Rekord-Zuschauerkulisse am Streckenrand, doch viele Läufer hatten mit den sommerlichen Temperaturen Probleme und brachen auf der zweiten Hälfte ein. Auch prominente Namen blieben davon nicht verschont. Extremstes Beispiel war der Franzose Driss El Himer, der den Europarekord (2:06:36) angreifen wollte und sich vor dem Rennen sogar als Mitanwärter auf den Sieg sah. Bei Halbzeit lag er mit 1:03:43 Stunden auch noch knapp auf Kurs. Die zweite Hälfte schaffte er aber nur noch in 1:19:07 Stunden und kam so mit 2:22:50 Stunden noch hinter der ersten Frau auf Platz 29 ins Ziel. Es bedarf wohl schon der Mentalität eines ehemaligen Fremdenlegionärs, um so ein Rennen durchzulaufen und nicht vorher aufzugeben.

Es kommt wohl auch nicht allzu oft vor, dass ein Läufer bei km 41 aussteigt, weil er mit einer "so langsamen" Zeit nicht in die Ergebnisliste kommen will. Vor allem, wenn er gerade auf eine 2:27 h unterwegs ist. Doch der Kenianer Francis Kiprop, der bis dahin Tempomacher von Luminita Zaituc war, beendete seine Arbeit schon einen Kilometer vor der Ziellinie. Immerhin hatte er zwei Wochen zuvor den Marathon in Münster in 2:14 h gewonnen.

Philip Manyim und Mizuki Noguchi bei der Siegerehrung. Neben Lorberkränzen und Blumen gab es für beide auch noch stattliche Siegprämien.

Weitere Fotos: Rennen Km 11 - Ziel 1 - Ziel 2 - Rahmenprogramm

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Die Energie für die 42,195 km durch Berlin: Hammer Gel, hier online erhältlich