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Berlin Marathon 2006

Äthiopischer Doppelsieg in Berlin

Haile Gebrselassie hatte im Ziel fast fünf Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Gudisa Shentema. Mit 2:05:56 Stunden lief er Weltjahresbestzeit und einen neuen äthiopischen Landesrekord.

Mit neuer Weltjahresbestzeit und siebtbesten jemals gelaufenen Zeit war Haile Gebrselassie bei der 33. Auflage des Berlin-Marathons siegreich. Der 34-jährige Äthiopier hatte sich bereits mit einer Tempoverschärfung nach 17 km von seinen in der Spitzengruppe mitlaufenden kenianischen Konkurrenten Sammy Korir und Jackson Koech abgesetzt. Lange Zeit lief Gebrselassie auf Weltrekordkurs, doch als nach 30 km mit dem Kenianer James Kwambai der letzte seiner Tempomacher aus dem Rennen ging, konnte Gebrselassie das hohe Tempo nicht mehr halten und verlor wertvolle Sekunden im Kampf gegen die Uhr. Sieben Kilometer vor dem Ziel war Gebrselassie noch 22 Sekunden unterhalb Tergats Zeit, aber zwei Kilometer vor dem Ziel lag er 22 Sekunden zurück und diesen Rückstand konnte er nicht mehr aufholen. “Ich wusste bereits auf halber Strecke, dass ich den Rekord nicht schaffen würde ,“ sagte er. „Aber nach 35 km wurde es wirklich schwer für mich, aufs Tempo zu drücken. Die letzten fünf Kilometer haben richtig wehgetan.“ Mit 2:05:56 Stunden blieb er bei sommerlichen Temperaturen und Gegenwind auf dem letzten Streckenabschnitt gut eine Minute über der Marke von Paul Tergat.

Erstaunlich frisch sah Haile Gebrselassie im Ziel aus, dabei war er gerade die siebtschnellste jemals gelaufene Marathonzeit gelaufen, nur eine Minute über dem Weltrekord. 

Zweiter wurde sein Landsmann Gudisa Shentama, der mit 2:10:43 Stunden einen deutlichen Rückstand auf Gebrselassie hatte, auf den dritten Platz kam der Japaner Kurao Umeki mit 2:13:43 Stunden.

 Platz 2: Gudisa Shentema (2:10:43 h)  Platz 3: Kurao Umeki (2:13:43 h)

Sammy Korir (KEN), der vor dem Berliner Rennen mit 2:06:38 Stunden als Sieger des Rotterdam-Marathon die Jahresweltbestzeit hielt und im Vorfeld als größter Konkurrent von Gebrselassie gehandelt wurde, gab das Rennen wegen muskulärer Probleme bei Kilometer 26 auf. Schon vor er 20 km-Marke fiel er aus der Spitzengruppe heraus, beim Versuch wieder heranzulaufen, zerrte er sich die Oberschenkel-Muskulatur und stieg aus. Bester Europäer war der Franzose Ahmed Ezzobayry mit 2:15:29 Stunden auf dem fünften Platz, der seinen wesentlich bekannteren Landsmann Driss El Himer um über eine Minute distanzierte. El Himer wurde mit 2:16:44 Sechster. Mit dem Südtiroler Hermann Achmüller (Platz 23, 2:27:32 h) und dem Österreicher Manfred Heit (24, 2:27:43 h) blieben nur zwei deutschsprachige Läufer unter 2:30 Stunden. Als schnellster Deutscher lief Elias Sansar (TuS Eintracht Bielefeld) mit 2:30:40 Stunden auf Rang 31 ins Ziel.

 Bester Europäer auf Platz 5: Ahmed Ezzobayry
 aus Frankreich (2:15:29 h)
 Sammy Korir beendete das Rennen wegen einer
 Oberschenkelverletzung vorzeitig.

Mit neuem Landesrekord sorgte Gete Wami auch bei den Frauen für einen äthiopischen Erfolg. Mit 2:21:34 Stunden hatte sie knapp zwei Minuten Vorsprung vor der Kenianerin Salina Kosgei, die ihre persönliche Bestleistung auf 2:23:22 Stunden verbesserte.Schon nach der ersten Hälfte war das Rennen so gut wie entschieden, als die Kenianerin die Favoritin Gete Wami ziehen lassen musste. Die Siegerin des Paris-Marathon 2004 kämpfte fortan nur noch gegen die Uhr und verbesserte ihren Hausrekord um über eine Minute.

Gete Wami siegte mit knapp zwei Minuten Vorsprung auf Salina Kosgei und verbesserte den äthiopischen Rekord auf 2:21:34 Stunden. Den Zeitbonus von 30.000 Euro verpasste sie um vier Sekunden.

Überraschende Dritte wurde die Polin Monica Drybulska in 2:30:12 Stunden. Beste Deutsche war Melanie Kraus (TSV Bayer Leverkusen), die mit 2:35:37 Stunden Sechste wurde. Ihre Vereinskameradin Sonja Oberem, die nach zweijähriger Wettkampfpause ein Comeback auf der Marathondistanz wagte, musste das Rennen vorzeitig beenden, nachdem sie bei km 10 in eine Straßenbahnschiene getreten war. Die Schweizerin Maja Neuenschwander wurde mit 2:45:22 Stunden 13.

 Platz 2: Salina Kosgei (2:23:22 h)  Platz 3: Monika Drybulska (2:30:12 h)
 Beste Deutsche auf Platz 6: Melanie Kraus  Platz 13: Maja Neuenschwander  aus der Schweiz

Die Sieger bekamen zusätzlich zu ihrem Antrittsgeld 50.000 Euro Siegprämie, die Zehntplatzierten erhielten noch 2.000 Euro. Die warmen Witterungsbedingungen sorgten dafür, dass der Veranstalter bei den Prämien für schnelle Zeiten nicht zu tief in die Tasche greifen musste. Bei den Männern erhielt nur Haile Gebrselassie 30.000 Euro Zeitbonus für eine Zeit unter 2:06:30 Stunden, alle anderen Läufer gingen leer aus. Gete Wami verpasste die 30.000 Euro für eine Zeit unter 2:21:30 Stunden nur um vier Sekunden und musste sich mit der Hälfte zufrieden geben. Salina Kosgei hätte für den gleichen Betrag 22 Sekunden schneller sein müssen, sie erhielt noch 7.500 Euro.

Haile Gebrselassie und Gete Wami bei der Siegerehrung. Es war der erste äthiopische Doppelsieg in der Geschichte des Berlin-Marathon.

Bilder vom Rennen: Start - KM 8 - KM 11 - KM 20 - Ziel - Randimpressionen

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Die Energie für die 42,195 km durch Berlin: Hammer Gel, hier online erhältlich