Grundsätzlich ist
Laufen ja eine der preisgünstigsten Sportarten überhaupt, denn
außer einem Paar Laufschuhe braucht man für den Einstieg keine
spezielle Ausrüstung.
Will man das Laufen jedoch ambitioniert als Wettkampfsport betreiben, dann
steigen schnell auch die Kosten in die Höhe. Übers Jahr gesehen
können sich die Ausgaben für Startgelder, Reisekosten, Trainingslager,
Massage, Physiotherapie und das erforderliche Equipment auf mehrere tausend
Euro summieren.
Dann ist es gut, wenn man diese Last nicht alleine aufbringen muss, sondern
Unterstützung durch einen Sponsor hat. Doch wie gewinnt man einen Sponsor?
Und was muss man dafür tun?
Sponsoring funktioniert nach dem Prinzip Geben und Nehmen. Der Sportler stellt
sich selbst und/oder seine Ausrüstung als Werbeträger zur
Verfügung und erhält dafür Geld- oder Sachleistungen. Der
Sponsor kann im Gegenzug über den Sportler Werbung für seine Waren
oder Dienstleistungen machen und seinen Bekanntheitsgrad erhöhen.
Wer noch keine überragenden Erfolge vorzuweisen hat, der sollte sich
zunächst einmal im lokalen Umfeld auf Sponsorensuche begeben. Große
internationale Konzerne verfügen zwar oft über riesige Werbebudgets,
allerdings konzentrieren sich deren Sponsoring-Aktivitäten in aller
Regel auf internationale Top-Athleten in medienwirksamen Sportarten. Deshalb
ist es sinnvoller, erst einmal eine Liste von Unternehmen aus der näheren
Umgebung zusammen zu stellen, die sich für das eigene sportliche Engagement
interessieren könnten. Potenzielle Sponsoren finden sich oft auch im
direkten sportlichen Umfeld, z.B. das Fitnessstudio, bei dem man umsonst
trainieren kann oder der Laufshop, der einen mit Ausrüstung
unterstützt. Einige Sportartikelfirmen betreiben sogenannte Local Hero
Projekte, bei denen auf regionaler Ebene erfolgreiche Sportler in Zusammenarbeit
mit Laufshops unterstützt werden. Wer dann in der Folgezeit genug sportliche
Erfolge vorzuweisen hat, kann dann eventuell auf einen Ausrüstervertrag
mit diesem Hersteller hoffen.
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| Hat man eine Liste von Firmen zusammengestellt, die für eine
Zusammenarbeit in Frage kämen, dann heißt es Kontakt zur
Marketingabteilung aufzunehmen. Bei kleineren Firmen ist der Inhaber oder
Geschäftsführer der geeignete Ansprechpartner.
Hat man einen Kontakt oder sogar die Einladung zu einem persönlichen
Besprechungstermin bekommen, dann gilt: Vorbereitung ist alles. Schließlich
bekommt man nur diese eine Chance für den ersten Eindruck. Deshalb sollte
man alle Unterlagen zusammen stellen, die für den zukünftigen Sponsor
von Interesse sind: Ergebnislisten, Fotos, Presseberichte, Terminkalender
usw. Im eigenen Interesse empfiehlt es sich, hier besonders sorgfältig
zu arbeiten. Alle Unterlagen sollten übersichtlich in einer Mappe zusammen
gestellt werden. Als Ergänzung kann man noch eine selbstablaufende
Powerpoint-Präsentation auf CD beifügen. Wer hier mit Kreativität
zur Sache geht, kann sicherlich Pluspunkte sammeln. Auch eine schön
anzusehende und aktuelle persönliche Internet-Präsenz ist hier
sicherlich von Vorteil.
Der wichtigste Punkt ist aber, dem zukünftigen Werbepartner klar zu
machen, welchen Nutzen er von dieser Zusammenarbeit hat. Er muss erfahren,
wie und in welchem Umfeld sein Name oder sein Produkt präsentiert wird
und wie viele Menschen, im Fachjargon "Kontakte" er erreichen kann. Gerade
jetzt, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen jede Geldausgabe im
Unternehmen hinterfragt wird, muss man hier sehr überzeugend agieren
können. Wer hier nur mit vagen Absichtserklärungen ankommt,
stößt eher auf Misstrauen. Der Sponsor sollte sehen, dass man
seine sportliche Zukunft mit Sorgfalt angeht und nichts dem Zufall
überlässt.
Typische Werbemöglichkeiten, die man bieten kann, ist die eigene Wettkampf-
und Trainingskleidung. Auch das Auto, mit dem man zu Wettkämpfen
fährt, bietet sich als Werbeträger an, genauso wie die eigene
Internetseite. Denkbar sind auch Werbeaktionen bei Veranstaltungen, die der
eigene Verein ausrichtet. Auch hier kennt die Kreativität eigentlich
keine Grenzen. Man sollte sich auch nicht zu schade sein, bei Events des
Sponsors zur Verfügung zu stehen , z.B. bei einem Tag der offenen Tür,
einer Betriebsfeier oder einem gemeinsamen Training mit der Betriebssportgruppe.
Wenn man einen Sponsor gefunden hat, dann sollte man ihn immer über
die eigene sportliche Entwicklung auf dem laufenden halten. Es lohnt sich
auch, ihn einmal zu einem Wettkampf einzuladen, um so die Zusammenarbeit
zu vertiefen, damit es kein kurzfristiges Engagement bleibt sondern eine
langfristige Partnerschaft entsteht.
Und auch wenn es nicht auf Anhieb klappt, einen Sponsor zu finden, sollte
man sich nicht gleich entmutigen lassen und aufgeben. Wie beim Laufen ist
auch bei der Sponsorensuche Ausdauer gefragt.
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