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Köln-Marathon 2006: Der verschenkte Sieg
Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Läufer bei einem Rennen auf einen
sicheren Sieg freiwillig verzichtet. Doch im letzten Jahr passierte genau
dies beim erstmals im Rahmen des Köln-Marathon ausgetragenen Halbmarathon,
ohne allerdings, dass die Öffentlichkeit davon Notiz genommen hätte.
Deshalb hier noch einmal eine Rückschau auf das Rennen und die Bilder
dazu. |
Der erste Halbmarathon in der Domstadt stand ganz im Zeichen von zwei
Läuferinnen. Sabrina Mockenhaupt und Irina Mikitenko, die sich in den
letzten Jahren bei vielen Rennen auf der Bahn als Rivalinnen begegnet waren,
wollten in Köln ihren ersten ernsthaften Versuch auf der Halbmarathondistanz
wagen. Für zusätzliche Brisanz sorgte das "Zickenduell" bei der
EM in Göteborg, bei dem sich beide aufgrund von Meinungsverschiedenheiten
über die Renntaktik ein hitziges Wortgefecht geliefert hatten.
Nun sollte also im Schatten des Doms die Entscheidung darüber fallen,
wer die beste deutsche Läuferin auf der Halbmarathondistanz war. Für
dieses Vorhaben hatten beide Läuferinnen ihre persönlichen Tempomacher
mit an den Start gebracht. Irina Mikitenko wurde von ihrem Ehemann und Trainer
Alexander auf dem Fahrrad begleitet, bei Sabrina Mockenhaupt sorgte ihr Manager
Oliver Mintzlaff als Läufer für das richtige Tempo.
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| Das Feld der Halbmarathonläufer, links von Sabrina Mockenhaupt
läuft Oliver Mintzlaff im grauen Outfit |
Während bei den Frauen die beiden besten deutschen Läuferinnen
um den Sieg kämpften, waren bei den Männern keine eingeladenen
Spitzenläufer am Start. Und so kam es, dass die beiden Läuferinnen
die gesamte männliche Konkurrenz hinter sich ließen und sogar
den Gesamtsieg des Rennens unter sich ausmachten, wobei Mikitenko am Ende
knapp die Nase vorn hatte.
Als Zweite überquerte Sabrina Mockenhaupt nach 1:10:35 Stunden die
Ziellinie, als erster Mann folgte Pascal Meißner vom TV Refrath mit
über einer Minute Rückstand in 1:11:43 Stunden.
Spätestens hier wird der aufmerksame Beobachter aber stutzig.
Schließlich hatte Oliver Mintzlaff seine Läuferin doch über
die gesamte Distanz begleitet, damit hätte er doch eigentlich auch der
Sieger sein müssen, oder?
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Ein genauer Blick auf das Zieleinlauffoto bringt dann des Rätsels
Lösung: Während Sabrina Mockenhaupt im Ziel sofort von den vielen
Pressefotografen bestürmt wird, geht Oliver Mintzlaff völlig unbeachtet
außen am Zielgerüst vorbei in den Nachzielbereich. Nur die Helferin
mit dem Zielband scheint sich zu wundern, warum er auf den möglichen
Sieg verzichtet.
Und so dürfen sich am Ende drei Läufer auf dem Treppchen feiern
lassen, die sonst einen Platz weiter hinten, bzw. gar nicht da oben gestanden
wären, während Sabrina Mockenhaupt zusammen mit Oliver Mintzlaff
ihren zweiten Platz feiert.
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