| Eins ist klar: So ein Horror-Rennen kommt nie ohne Grund und meistens
kann man die Ursachen bei sich selbst finden. Deshalb haben wir hier einmal
die Lektionen zusammengefasst, die manche von uns erst auf die harte Tour
mit Startnummer auf dem Trikot lernen mussten.
1. No train, no gain. Die Vorstellung der Erinnerungsfähigkeit
der Muskulatur wird viel zu sehr überbewertet. Nur weil du irgendwann
einmal schnelle Zeiten gerannt bist, bedeutet das nicht, dass du das auch
dann noch schaffst, wenn du dein Training vernachlässigst. Es ist leider
so, dass wir unsere Fitness zwei- bis dreimal so schnell verlieren, wie wir
sie aufbauen. Wer nur noch sporadisch läuft und nur noch ein Viertel
dessen trainiert, was er zu besten Zeiten gelaufen ist, der braucht sich
im Ziel nicht zu wundern, dass er soeben das schlechteste Rennen seit dem
Ende seiner Pubertät gelaufen ist.
LEKTION GELERNT: Nur ein regelmäßiges Training ist der Schlüssel
um schneller und besser zu laufen.
2. Ziele setzen. Wer sich zwei Tage vor einem Wettkampf aus einer
Laune heraus entscheidet, dort zu laufen, wird kaum mit einer Bestzeit nach
Hause zurückkehren. Im günstigsten Fall ist es nur ärgerlich,
wenn man unterwegs merkt, dass man nicht in Wettkampfform ist.
LEKTION GELERNT: Plane dein Wettkampfprogramm sorgfältig. Suche dir
weit genug im voraus einige wichtige Rennen aus, auf die du im Training deinen
Focus richtest und auf die du gezielt hinarbeitest.
3. Freunde dich mit Tempotraining an. Besonders übel wird es,
wenn im Training neben der Quantität auch die Qualität fehlt. Wenn
du deine besten Ergebnisse mit zwei Tempotrainingseinheiten in der Woche
zustande gebracht hast, dann kannst du kaum auf Rekordjagd gehen, wenn du
in den letzten sechs Monaten nur noch im Lauftreff mitgejoggt bist. Du wunderst
dich höchstens, dass sich dein Anfangstempo im Rennen so schnell
anfühlt.
LEKTION GELERNT: Um schnell zu rennen musst du schnell trainieren. Ein
wöchentliches Tempotraining gewöhnt deinen Körper daran, bei
Bedarf schnell zu laufen.
4. Nimm dir Zeit. Wenn du aus irgendwelchen Gründen eine Zeit
lang nur eingeschränkt trainieren konntest, darfst du nicht unmittelbar
nach dem Wiedereinstieg ins Training schon wieder Wunder erwarten. Dein
Fitness-Niveau steigt nur langsam wieder an.
LEKTION GELERNT: Man braucht schon acht bis zwölf Wochen mit zielgerichtetem
Training, bis man wieder in vernünftiger Wettkampf-Form ist.
5. Sei realistisch. Dass du in Zeiten, als Deutschland zum letzten
Mal Fußball-Weltmeister war, deine schnellsten Rennen gelaufen bist,
mag daran gelegen haben, dass du damals in der Blütezeit deines Lebens
warst. Gut, es gibt Gründe, warum es besser ist 40 zu sein, als 25.
Immerhin kannst du erst mit 40 Bundespräsident werden (Möglicherweise
gibt es auch noch andere Gründe). Trotzdem, Bestzeiten läuft man
jenseits der 40 nur noch mit viel Mühe (es sei denn, man hat erst danach
mit dem Laufen begonnen). Das Alter, berufliche und familiäre
Verpflichtungen und sich verändernde Prioritäten sollten
berücksichtigt werden, wenn die Wettkampf-Ziele für die Saison
aufgestellt werden.
LEKTION GELERNT: Sei realistisch, was deine Erwartungen in Sachen Training
und Wettkämpfe angeht. Bedenke, dass es nicht ohne Grund eine
Altersklassenwertung gibt. Vielleicht wird so aus deinem Horror-Rennen eine
neue Altersklassen-Bestzeit. Aber nicht für lange...
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