| Nachfolgend stellt eliterunning.de die acht Läuferinnen
vor, die im August im Reich der Mitte den deutschen Leichtathletikverband
vertreten könnten, zeigt ihre Stärken und Schwächen auf und
beurteilt ihre Chancen auf einen Olympiastart.
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| Grandioses Debüt in Berlin: Irina Mikitenko |
Daumen hoch für Melanie Kraus |
So gut wie gesetzt ist Irina Mikitenko, die bei ihrem Marathondebüt
in Berlin hinter der Äthiopierin Gete Wami Zweite wurde und mit 2:24:51
Stunden auf Platz drei in der ewigen deutschen Bestenliste hinter Uta Pippig
(2:21:45) und Katrin Dörre-Heinig (2:24:35) einstieg. Und das obwohl
sie das Rennen betont vorsichtig lief, unterwegs immer gebremst von Ehemann
und Trainer Alexander. Sollte sie in Peking an diese Leistung anknüpfen
können, dann gehört sie sogar zum erweiterten Kreis der
Medaillenanwärterinnen. Obwohl die 35-jährige vor den Spielen keine
Marathon mehr laufen muss, ist ein Start in London im April im Gespräch.
Mut zum Risiko bewies Melanie Kraus und am Ende wurde die 33-jährige
vom TSV Bayer Leverkusen dafür belohnt. Nachdem sie in Düsseldorf
und bei den Weltmeisterschaften in Osaka Marathon gelaufen war, ging sie
im Oktober gegen den Rat vieler Experten in Frankfurt nochmals über
die 42,195 km an den Start. Und gewann das Rennen in 2:28:56 Stunden, nur
rund eine Minute über ihrer persönlichen Bestzeit. Mit dieser Zeit
belegt sie Platz zwei in der deutschen Jahresbestenliste. Damit ist eine
heiße Anwärterin für eine Nominierung, denn neben der Zeit
erfüllt sie mit einem Platz unter den ersten 20 bei der WM in Osaka
ein weiteres Qualifikationskriterium, übrigens gelaufen bei klimatischen
Bedingungen, wie man sie auch in Peking erwartet.
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| Sieg im ersten Marathon: Sabrina Mockenhaupt |
Immer wieder von Problemen geplagt: Luminita Zaituc |
Auch Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) schaffte
wie Irina Mikitenko gleich in ihrem ersten Marathon die Olympia-Qualifikation.
Eine Woche nach der Wattenscheiderin siegte sie bei ihrem Heimmarathon in
Köln in 2:29:33 Stunden. Allerdings hat sich die kleine Siegerländerin
noch nicht definitiv für den Marathon als Saisonziel entschieden. Sollte
sie im Verlauf der Saison die Qualifikation für die 10.000 Meter schaffen,
wäre in Peking ein Start auf der Bahn durchaus möglich.
Mit viel Erfahrung und Beständigkeit kann Luminita Zaituc (LG Braunschweig)
glänzen. Ihre Saisonbestzeit (2:29:37 h) lief sie im Mai in
Düsseldorf, in Frankfurt blieb sie als Fünfte in 2:30:09 Stunden
ebenfalls unter der Olympianorm. Allerdings hatte die Vize-Europameisterin
von 2002 bei ihren letzten Marathons unterwegs immer wieder mit Problemen
(Krämpfe...) zu kämpfen. Bei der EM in Göteborg 2006 musste
sie das Rennen sogar vorzeitig beenden, den Start in Osaka verhinderte eine
Verletzung. Mit fast 40 Jahren ist sie die älteste der deutschen
Topläuferinnen.
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| Comeback in Frankfurt: Ulrike Maisch |
Mit Außenseiterchancen: Susanne Hahn |
Für Ulrike Maisch (LAV Rostock) folgte nach ihrem überraschenden
Sieg bei den Europameisterschaften in Göteborg 2006 eine lange
verletzungsbedingte Durststrecke. Erst im Oktober 2007 meldete sie sich in
Frankfurt als Sechste in 2:32:41 Stunden wieder zurück. Damit hat sie
die Norm noch nicht erfüllt, doch mit ihrer Bestzeit von 2:30:01, gelaufen
in Göteborg hat sie sicher das Potenzial dafür. Da sie vertraglich
an den Hamburg-Marathon gebunden ist, werden wir sie im April an der Elbe
bei der Zeitenjagd sehen.
Susanne Hahn war bei der WM in Osaka die zweite deutsche Läuferin neben
Melanie Kraus und lief dort ein solides Rennen. Ihre Saisonbestzeit (2:33:23
h) lief die 29-jährige in bei warmen Temperaturen in Paris und qualifizierte
sich über die Weltcup-Norm für Osaka. Wenn sie in Peking dabei
sein will, dann muss sie sich bei ihrem Frühjahrsmarathon noch einmal
deutlich steigern, denn bei dem derzeitigen Leistungsniveau in Deutschland
reicht die Normerfüllung alleine nicht.
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| Hatte zuletzt wenig Grund zum Jubeln: Claudia Dreher |
Will es noch mal wissen: Sonja Oberem |
Mit einer Fußverletzung, die sie schon beim Hamburg-Marathon behinderte,
fiel Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) für den Rest der Saison
aus, erst mit dem Silvesterlauf in Peuerbach kehrte sie ins Wettkampfgeschehen
zurück. Mit ihrer Hamburger Zeit (2:33:58 h) steht sie auf Platz 7 der
deutschen Bestenliste, wenn sie es aber noch einmal schafft, in den Bereich
ihrer Bestleistung zu kommen, wäre auch sie eine Kandidatin für
Peking.
Eigentlich hatte Sonja Oberem ihre leistungssportliche Karriere 2004 schon
beendet, doch knapp zwei Jahre später nach der Babypause folgte das
Comeback. Zählbares auf der Marathondistanz ist bisher aber noch nicht
dabei herausgekommen. Zwei nicht beendete Rennen in Berlin 2006 und 2007
sowie ein kurzfristiger Startverzicht letztes Jahr in Düsseldorf lautet
ihre Bilanz. Mit neuem Verein (Rhein-Marathon Düsseldorf), aber dem
bewährten Trainer (Paul-Heinz Wellmann) versucht sie im Mai in
Düsseldorf auf den Olympiazug aufzuspringen. In den 90er Jahren war
sie eine starke Meisterschaftsläuferin, die vor allem bei Hitzerennen
glänzen konnte. Damit kämen ihr die Bedingungen in Peking sicher
entgegen.
Es wird also spannend, wer letztlich das Ticket für Peking löst.
Zu hoffen ist nur, dass der DLV nicht wieder einen ähnlichen Fehler
macht wie 1992. Damals hatten mit Stephan Freigang, Jörg Peter, Konrad
Dobler und Herbert Steffny gleich vier Läufer die Norm erfüllt.
Weil der DLV jedoch vergessen hatte, den damals viertbesten, Herbert Steffny
als Ersatzläufer zu nominieren, gingen nach der Verletzung von Jörg
Peter nur zwei deutsche Läufer an den Start. |