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Peking 2008

Irina Mikitenko wird Zweite beim Berlin Marathon 2007 Drei für Peking

Während die deutschen Marathonläufer schon seit Jahren der internationalen Konkurrenz nur mit weitem Abstand hinterher rennen, sieht die Bilanz bei den Frauen ganz anders aus. Nicht weniger als acht Athletinnen machen sich Hoffnung auf einen der drei Startplätze für die olympischen Spiele in Peking, vier von ihnen haben die Qualifikationsnorm (2:32:00 h) jetzt schon erfüllt.

Ein echtes Luxusproblem für Bundestrainer Detlef Uhlemann, denn im Gegensatz zur WM im vergangenen Jahr, als über die Weltcup-Wertung fünf Läuferinnen nominiert werden konnten, dürfen in Peking nur drei Athletinnen pro Nation an den Start gehen.

Nachfolgend stellt eliterunning.de die acht Läuferinnen vor, die im August im Reich der Mitte den deutschen Leichtathletikverband vertreten könnten, zeigt ihre Stärken und Schwächen auf und beurteilt ihre Chancen auf einen Olympiastart.

 Grandioses Debüt in Berlin: Irina Mikitenko  Daumen hoch für Melanie Kraus

So gut wie gesetzt ist Irina Mikitenko, die bei ihrem Marathondebüt in Berlin hinter der Äthiopierin Gete Wami Zweite wurde und mit 2:24:51 Stunden auf Platz drei in der ewigen deutschen Bestenliste hinter Uta Pippig (2:21:45) und Katrin Dörre-Heinig (2:24:35) einstieg. Und das obwohl sie das Rennen betont vorsichtig lief, unterwegs immer gebremst von Ehemann und Trainer Alexander. Sollte sie in Peking an diese Leistung anknüpfen können, dann gehört sie sogar zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärterinnen. Obwohl die 35-jährige vor den Spielen keine Marathon mehr laufen muss, ist ein Start in London im April im Gespräch.

Mut zum Risiko bewies Melanie Kraus und am Ende wurde die 33-jährige vom TSV Bayer Leverkusen dafür belohnt. Nachdem sie in Düsseldorf und bei den Weltmeisterschaften in Osaka Marathon gelaufen war, ging sie im Oktober gegen den Rat vieler Experten in Frankfurt nochmals über die 42,195 km an den Start. Und gewann das Rennen in 2:28:56 Stunden, nur rund eine Minute über ihrer persönlichen Bestzeit. Mit dieser Zeit belegt sie Platz zwei in der deutschen Jahresbestenliste. Damit ist eine heiße Anwärterin für eine Nominierung, denn neben der Zeit erfüllt sie mit einem Platz unter den ersten 20 bei der WM in Osaka ein weiteres Qualifikationskriterium, übrigens gelaufen bei klimatischen Bedingungen, wie man sie auch in Peking erwartet.

 Sieg im ersten Marathon: Sabrina Mockenhaupt  Immer wieder von Problemen geplagt: Luminita Zaituc

Auch Sabrina Mockenhaupt (Kölner Verein für Marathon) schaffte wie Irina Mikitenko gleich in ihrem ersten Marathon die Olympia-Qualifikation. Eine Woche nach der Wattenscheiderin siegte sie bei ihrem Heimmarathon in Köln in 2:29:33 Stunden. Allerdings hat sich die kleine Siegerländerin noch nicht definitiv für den Marathon als Saisonziel entschieden. Sollte sie im Verlauf der Saison die Qualifikation für die 10.000 Meter schaffen, wäre in Peking ein Start auf der Bahn durchaus möglich.

Mit viel Erfahrung und Beständigkeit kann Luminita Zaituc (LG Braunschweig) glänzen. Ihre Saisonbestzeit (2:29:37 h) lief sie im Mai in Düsseldorf, in Frankfurt blieb sie als Fünfte in 2:30:09 Stunden ebenfalls unter der Olympianorm. Allerdings hatte die Vize-Europameisterin von 2002 bei ihren letzten Marathons unterwegs immer wieder mit Problemen (Krämpfe...) zu kämpfen. Bei der EM in Göteborg 2006 musste sie das Rennen sogar vorzeitig beenden, den Start in Osaka verhinderte eine Verletzung. Mit fast 40 Jahren ist sie die älteste der deutschen Topläuferinnen.

 Comeback in Frankfurt: Ulrike Maisch  Mit Außenseiterchancen: Susanne Hahn

Für Ulrike Maisch (LAV Rostock) folgte nach ihrem überraschenden Sieg bei den Europameisterschaften in Göteborg 2006 eine lange verletzungsbedingte Durststrecke. Erst im Oktober 2007 meldete sie sich in Frankfurt als Sechste in 2:32:41 Stunden wieder zurück. Damit hat sie die Norm noch nicht erfüllt, doch mit ihrer Bestzeit von 2:30:01, gelaufen in Göteborg hat sie sicher das Potenzial dafür. Da sie vertraglich an den Hamburg-Marathon gebunden ist, werden wir sie im April an der Elbe bei der Zeitenjagd sehen.

Susanne Hahn war bei der WM in Osaka die zweite deutsche Läuferin neben Melanie Kraus und lief dort ein solides Rennen. Ihre Saisonbestzeit (2:33:23 h) lief die 29-jährige in bei warmen Temperaturen in Paris und qualifizierte sich über die Weltcup-Norm für Osaka. Wenn sie in Peking dabei sein will, dann muss sie sich bei ihrem Frühjahrsmarathon noch einmal deutlich steigern, denn bei dem derzeitigen Leistungsniveau in Deutschland reicht die Normerfüllung alleine nicht.
 Hatte zuletzt wenig Grund zum Jubeln: Claudia Dreher  Will es noch mal wissen: Sonja Oberem

Mit einer Fußverletzung, die sie schon beim Hamburg-Marathon behinderte, fiel Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) für den Rest der Saison aus, erst mit dem Silvesterlauf in Peuerbach kehrte sie ins Wettkampfgeschehen zurück. Mit ihrer Hamburger Zeit (2:33:58 h) steht sie auf Platz 7 der deutschen Bestenliste, wenn sie es aber noch einmal schafft, in den Bereich ihrer Bestleistung zu kommen, wäre auch sie eine Kandidatin für Peking.

Eigentlich hatte Sonja Oberem ihre leistungssportliche Karriere 2004 schon beendet, doch knapp zwei Jahre später nach der Babypause folgte das Comeback. Zählbares auf der Marathondistanz ist bisher aber noch nicht dabei herausgekommen. Zwei nicht beendete Rennen in Berlin 2006 und 2007 sowie ein kurzfristiger Startverzicht letztes Jahr in Düsseldorf lautet ihre Bilanz. Mit neuem Verein (Rhein-Marathon Düsseldorf), aber dem bewährten Trainer (Paul-Heinz Wellmann) versucht sie im Mai in Düsseldorf auf den Olympiazug aufzuspringen. In den 90er Jahren war sie eine starke Meisterschaftsläuferin, die vor allem bei Hitzerennen glänzen konnte. Damit kämen ihr die Bedingungen in Peking sicher entgegen.

Es wird also spannend, wer letztlich das Ticket für Peking löst. Zu hoffen ist nur, dass der DLV nicht wieder einen ähnlichen Fehler macht wie 1992. Damals hatten mit Stephan Freigang, Jörg Peter, Konrad Dobler und Herbert Steffny gleich vier Läufer die Norm erfüllt. Weil der DLV jedoch vergessen hatte, den damals viertbesten, Herbert Steffny als Ersatzläufer zu nominieren, gingen nach der Verletzung von Jörg Peter nur zwei deutsche Läufer an den Start.

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