Portrait
Marc Andre Ocklenburg - Unbekümmertheit siegt (meist)
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Es gibt Sportler, die bringen alleine aufgrund ihrer körperlichen Konstitution ein gewisses Maß an Talent für eine Sportart mit. Wenn dann aber auch noch Ehrgeiz und Freude am Sport mit dazu kommen, dann sehen wir Talente wie Raketen in den Himmel schießen. Was sich andere nur mühsam in jahrelangem hartem Training erarbeitet haben, scheint diesen Ausnahmekönnern nur so zuzufliegen. |
| Als Marc Andre Ocklenburg im Jahr 2002 beim Essener Stadtlauf an den
Start ging, so tat er es "Just for Fun". Auf Platz 192 von 360 Startern war
bei der Premiere auf der hügeligen City-Runde noch wenig von seinem
Potenzial zu sehen, aber die Begeisterung war geweckt. Der bekennende BVB-Fan
war vom Läufervirus infiziert und schaute sich nach einer Trainingsgruppe
um. Diese fand er im Team Essen 99, wo er von Trainer Ernst Peter Berghaus
zunächst spielerisch, dann immer konsequenter in die Trainingslehre
eingewiesen wurde. Als Läufer des Jahrgangs 1985 konnte ihm schon bald
in Essen niemand mehr das Wasser reichen und auch im Rest des Ruhrgebietes
musste sich so manch etablierter Siegläufer an den Namen Ocklenburg
gewöhnen.
Im Schnitt kamen etwa 80 Wochenkilometer zusammen (mal mehr, mal weniger), mal alleine, mal mit seiner Trainingsgruppe. Zu seinen Hobbys zählen neben dem BVB auch Rad fahren und Schwimmen. Und so war es für ihn nur naheliegend, es auch einmal im Triathlon zu versuchen. Auch als Schachspieler ist er eine harte Nuss. Noch heute ist er Jugendwart beim SC Rochard Rüttenscheid. Nun sagt man Schachspielern nicht gerade einen Hang zur Spontaneität nach. Marc Andre beweist aber auch hier das Gegenteil. Während seines Sommerurlaubs in Spanien, wo eigentlich die Erholung an erster Stelle stehen sollte, nahm er kurzerhand an einem Berglauf über 15 km mit knapp 300 Höhenmetern bei 38 Grad im Schatten teil. Sein Sieg in 54:54 Minuten zählt auch heute noch zu seinen schönsten Lauferlebnissen. Weitere Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem er 2004 beim Hombrucher Citylauf in Dortmund erstmals die 10 km in unter 34 Minuten gelaufen war, wurde er in Traben Trarbach noch im gleichen Jahr Westdeutscher Juniorenmeister über die Halbmarathondistanz in 1:13:54 Stunden. Zum Saisonabschluss kamen dann die ersten Gedanken an einen Marathon auf. Gesagt, getan, der Garather Schlossmarathon in Düsseldorf im November war Schauplatz für die Premiere. Fast hätte er gewonnen, doch die fehlenden Trainingskilometer setzten (noch) Grenzen. Immerhin, der vierte Platz in 2:50:17 Stunden fand Beachtung.
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| Westdeutsche 10 km Meisterschaften 2005 Wegberg | Eurorun Nütterden 2006 |
| Das Jahr 2005 sollte als Seuchenjahr in seine noch junge Karriere eingehen.
Die Abiturprüfungen ließen im Frühjahr nur wenig Zeit zum
geregelten Training. Nachdem er den Abschluss in der Tasche hatte, sollte
es in Sachen Training wieder voran gehen, aber eine Verletzung setzte ihn
für weitere 3 Monate außer Gefecht. Und als dann noch die
Grundausbildung bei der Bundeswehr anstand, war klar, dass er das Jahr 2005
nur noch schnell abhaken konnte.
Nachdem die staatsbürgerlichen Pflichten erledigt waren und auch der Körper die nötige Regenerationszeit erhalten hatte, ging es Anfang 2006 mit einem ausgiebigen Grundlagentraining in ein hoffnungsvolles Frühjahr. 33:10 Minuten beim Frühjahrsklassiker "Rund ums Bayerkreuz" in Leverkusen über die 10 km ließen hoffen. Konstant konnte er seine Leistung hoch halten. Mit einem beherzten Lauf in Münster gelang dann die erste Zeit unter 33 Minuten (32:53). Und als er dann beim spontanen Start beim Mittelrhein Halbmarathon 17 km lang die Spitze mit keinem geringeren als Dieter Baumann teilen durfte, war er sich sicher, dass in diesem Jahr noch eine Menge zu erreichen war. Sein 2.Platz am Mittelrhein in 1:11:29 Stunden bei Temperaturen von knapp unter 30 Grad sind genau so herausragend, wie seine 10 km-Bestzeit von 32:40 Minuten, die er im Herbst in Krefeld erzielte. |
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| Auch im Triathlon aktiv | Beim Essen-Marathon 2006 |
| Wieder lag das Wort Marathon in der Luft. Und was liegt näher als
in der eigenen Heimatstadt den Baldeneysee Marathon zu laufen, der ja durch
seine flache Strecke dafür prädestiniert ist, schnelle Zeiten zu
erzielen. Inspiriert durch die bekanntermaßen harten, aber effektiven
Trainingsmethoden eines Peter Greif ließ der Student der Elektrotechnik
in einem kompakten 8 Wochen Programm Kilometerumfänge von 130-165 km
folgen, verteilt auf 7-9 Einheiten. Lange Läufe bis 36 km mit
Endbeschleunigung sorgten für die nötige Sicherheit um das Ziel
in 2:30 Stunden zu erreichen. Generalstabsmäßig wurde das Unternehmen
geplant. Hilfe bekam er durch Muharrem Yilmaz (Tusem Essen), selber ein 2:32
Std Marathoni, sowie seinem Vereinskameraden Matthias Graute, der erst in
der Woche zuvor bei den Duathlon Europameisterschaften den Titel in der AK
25 gewonnen hatte.
Gemeinsam wurde die Hälfte in 1:14:55 Std. in gleichmäßigen Tempo passiert. Als allerdings die Tempomacher ihren Dienst getan hatten und auch Graute bei km 28 den Lauf beendet hatte, war Marc komplett auf sich alleine gestellt. Auf der zweiten Position hinter Mario Kröckert aus Leverkusen liegend, war er schutzlos dem kräftigen Ostwind ausgeliefert der, wenn man die Ergebnisse betrachtet, so manchem Läufer ein Plus von 3-5 Minuten auf der zweiten Hälfte bescherte. So ging es nur noch um die Positionen und Platz 3 war das Resultat in 2:36 Stunden. Persönliche Bestzeit und die Erkenntnis, dass die Marathondistanz etwas Besonderes ist, aber auch die Hoffnung, dass hier auch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Seine Ziele für das Jahr 2007: Die 10 km Distanz in 31:59 min, sowie den Halbmarathon in 1:09:59 Std. Marc Andre Ocklenburg, ein Talent im Ruhrgebiet, dessen Namen wir in Zukunft sicherlich noch öfter hören werden. Es ist ihm zu wünschen, dass er seine Unbekümmertheit beibehält. Die deutsche Leichtathletik braucht mehr Personen, die bereit sind, auch mal ein Risiko einzugehen, anstatt ständig in der Komfortzone zu leben. |
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| Name | Marc Andre Ocklenburg |
| Geboren | 15.05.1985 |
| Größe | 184 cm |
| Gewicht | 60 kg |
| Beruf | Student/ Elektrotechnik |
| Laufen | Seit 2002 |
| Triathlon | Seit 2006 |
| Ziele 2007 | 10 km in 31:59 min 21,1 km in 1:09:59 min |
| Stärke | Tempodauerläufe, Lange Läufe |
| Lieblingsdistanz | Halbmarathon |
| Erfolge (Auswahl) | Westdeutscher Halbmarathonmeister Junioren 2x Nordrheinmeister 2. Platz Mittelrhein- Halbmarathon 3.Platz RWE Marathon Essen 2006 |