Wettkämpfe
Leichtathletik-Weltmeisterschaften, Helsinki, 06.-14.08.2005
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| Foto: Nike |
Die deutschen Teilnehmer auf den Mittel- und Langstrecken
Männer
800m: René Herms (LG asics Pirna) - Im Halbfinale ausgeschieden
Frauen
800m: Monika Gradzki (TV Wattenscheid) - Im Halbfinale ausgeschieden
10.000m: Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) - Platz 17 - 31:28,21 Minuten
800 m Männer - Nach seinem Sieg über 1.500 Meter gewann Rashid Ramzi (BAH) auch die 800 Meter. Der gebürtige Marokkaner lief mit 1:44,24 Minuten eine neue persönliche Bestzeit, gefolgt von Olympiasieger Yuriy Borzakovskiy (RUS, 1:44,51 min), der sich mit seinem Schlussspurt noch auf den zweiten Platz vorkämpfte. Dritter wurde der Kenianer William Yiampoy in 1:44,55 Minuten. René Herms (LG Asics Pirna) verpasste als Vierter des Halbfinales in 1:45,21 Minuten den Finaleinzug. Auch für den Olympia-Zweiten Mbulaeni Mulaudzi (RSA) war mit 1:45,73 Minuten im Halbfinale Feierabend.
800 m Frauen - Mit einer starken taktischen Leistung siegte die Kubanerin Zulia Calatayud in 1:57,92 Minuten vor der Olympia-Zweiten Hasna Benhassi (MAR, 1:59,42 min). Die favorisierte Russin Tatyana Andrianova konnte im Finish nicht mehr gegenhalten und musste sich in 1:59,60 Minuten mit Bronze begnügen. Titelverteidigerin Maria Mutola (MOZ) wurde 1:59,99 Minuten Vierte. Die einzige deutsche Teilnehmerin Monika Gradzki (TV Wattenscheid) war bereits im Halbfinale ausgeschieden.
1500 m Männer - WM-Favorit Rashid Ramzi holte die erste Goldmedaille für Bahrain. Der 25-jährige gebürtige Marokkaner blieb mit 3:37,88 Minuten knapp vor seinem ehemaligen Landsmann Adil Kaouch, der im Ziel nur zwölf Hundertstel Rückstand hatte. Noch geringer war der Abstand zum drittplatzierten Rui Silva, mit 3:38,02 Minuten sicherte er sich wie in Athen die Bronzemedaille.
1500 m Frauen - Trotz der Disqualifikation von Yuliya Chizhenko, die Maryam Yusuf Jamal (BAH) auf der Gegengeraden unfair behindert hatte, gab es über 1.500 Meter einen russischen Doppelsieg. Titelverteidigerin Tatyana Tomashova gewann in 4:00,35 Minuten vor der zunächst drittplatzierten Olga Yegorova (4:01,46 min). Die Französin Bouchra Ghezielle (4:02,45 min) rückte auf den dritten Platz vor.
5000 m Männer - Benjamin Limo hat mit seinem Sieg über 5.000 Meter am letzten Wettkampftag dafür gesorgt, dass es für Kenia doch noch eine Goldmedaille gab. Der Vize-Weltmeister von 1999 siegte im Spurt mit 13:32,55 Minuten vor Sileshi Sihine (ETH, 13:32,81 min). Als Dritter schaffte es der Australier Craig Mottram (13:32,96 min) in die ostafrikanische Übermacht einzudringen und den Titelverteidiger Eliud Kipchoge (13:33,04 min) aus den Medaillenrängen zu verdrängen.
5000 m Frauen - Die äthiopischen Läuferinnen machten die Entscheidung über 5.000 Meter unter sich aus und brachten alle vier Läuferinnen auf die ersten vier Plätze. Titelverteidigerin Tirunesh Dibaba lief mit 14:38,59 Minuten einen neuen Meisterschaftsrekord, gefolgt von Olympiasiegerin Mesert Defar (14:39,54 min) und ihrer Schwester Ejegayehu Dibaba (14:42,47 min). Die vierte Äthiopierin Meselch Melkamu blieb mit 14:43,47 Minuten ohne Medaille. Auch die persönliche Bestzeit von 14:43,64 Minuten reichte für die Chinesin Xing Huina nur zum fünften Platz. Beste Europäerin war die Russin Liliya Shobukhova (14:47,07 min) als Neunte.
10000 m Männer - In einem bis zum Schluss spannenden Rennen verteidigte Kenenisa Bekele (ETH) seinen WM-Titel vor seinem Landsmann Silshi Sihine (27:08,87 min). Auf den dritten Platz kam der erst 20-jährige Kenianer Moses Mosop mit 27:08,96. Auf einen Start über 5.000 Meter wird Bekele verzichten. Nur zwei Europäer waren über 10000 Meter am Start. Juan Carlos de la Ossa (ESP) kam mit 27:33,42 Minuten auf den zehnten Platz, der Schweizer Christian Belz lief mit 27:53,16 Minuten einen neuen Landesrekord und belegte Rang 14.
10000 m Frauen - Einen dreifachen äthiopischen Erfolg gab es in diesem Rennen. Tirunesh Dibaba gewann in 30:24,02 Minuten vor Titelverteidigerin Berhane Adere (30:25,41 min) und ihrer Schwester Ejegayehu Dibaba (30:26,00 min). Die drei hatten eingangs der letzten Runde einen langen Sprint angezogen und damit die Olympiasiegerin Xing Hunia (China; 30:27,18 min) abgehängt. Die vierte Äthiopierin Werknesh Kidane (30:32,47 min) wurde hinter der Kenianerin Edith Masai, die mit 30:30,26 Minuten Landesrekord lief, Sechste. Marathon-Weltrekordhalterin Paula Radcliffe (GBR), die lange Zeit das Tempo an der Spitze bestimmt hatte, wurde mit 30:42,75 Minuten Neunte. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) blieb mit 31:28,21 Minuten sieben Sekunden über ihrer Bestzeit und kam damit auf Platz 17.
Marathon Männer - Der Marokkaner Jaouad Gharib hat seinen WM-Titel im Marathon erfolgreich verteidigt. Er siegte auf dem anspruchsvollen Kurs durch Helsinki in 2:10:10 Stunden vor Christopher Isegwe. Mit einem starken Finish hatte sich der Läufer aus Tansania in der Schlussphase bis auf elf Sekunden an den Sieger herangekämpft und sich dabei vom fünften auf den zweiten Platz verbessert. Bronze gewann der Japaner Tsuyoshi Ogata in 2:11:16 Stunden. Bester Europäer wurder der Spanier Julio Rey (2:12:51 h) als Siebter, Olympiasieger Stefano Baldini gab das Rennen vorzeitig auf.
Marathon Frauen - Am letzten Tag der Leichtathletik-WM holte sich die Britin Paula Radcliffe im Marathon ihre erste Goldmedaille bei internationalen Titelkämpfen. Vom Start weg bestimmte die 31-jährige das Tempo an der Spitze und gab ihre Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Mit 2:20,57 Stunden lief sie auf der anspruchsvollen Strecke einen neuen Meisterschaftsrekord, gefolgt von Titelverteidigerin Catherine Ndereba (KEN), die ein taktisch starkes Rennen zeigte. Sie blieb mit 2:22,01 Stunden ebenfalls noch unter dem alten Meisterschaftsrekord. Die Bronzemedaille sicherte sich mit 2:23:19 Stunden die Rumänin Constantina Tomescu-Dita, die zwischenzeitlich zu Radcliffe aufgelaufen war, sich am Ende aber noch der immer stärker aufkommenden Äthiopierin Derartu Tulu erweheren musste.
3000 m Hindernis Männer - Der jetzt für Katar laufende gebürtige Kenianer Saif Saaeed Shaheen konnte sich im Prestigeduell gegen seine ehemaligen Landsleute behaupten. In 8:13,31 Minuten siegte der 22-jährige Weltrekordhalter vor dem Kenianer Ezekiel Kemboi (8:14,95 min). Im Kampf um Bronze überspurtete Brimin Kipruto (KEN) noch auf den letzten Metern den Marokkaner Brahim Boulami, mit 8:15,30 Minuten hatte der Kenianer im Ziel zwei Hundertstel Vorsprung. Bester Europäer war der Niederländer Simon Vroemen, der als Fünfter sogar noch den dritten Kenianer hinter sich lassen konnte. Der Österreicher Günther Weidlinger wurde mit 8:22,84 Minuten Zwölfter.
3000 m Hindernis Frauen - Den ersten Weltmeistertitel über 3000 Meter Hindernis der Frauen holte sich die große Favoritin Docus Inzikuru aus Uganda. Mit einem Start-Ziel-Sieg in 9:18,24 Minuten gewann sie vor der Russin Yekaterina Volkova , die mit 9:20,49 Minuten eine persönliche Bestleistung lief. Bronze ging überraschend an die Kenianerin Jeruto Kiptum (9:26,99 min).
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